Freifunk Experiment beendet

Geschrieben von Marko Kleen am Saturday June 9, 2018

Nach vielen Höhen und Tiefen habe ich meine Freifunk Knoten abgebaut.

Was im Juni 2016 mit großer Euphorie begann wich nach-und-nach größer werdender Ernüchterung. Die Idee ein diskriminierungsfreies WLAN betrieben von Bürgern für Büger bestach. Auch die 2016 noch kontrovers diskutierte Störerhaftung war ein gutes Argument für Freifunk - schließlich wird sämtlicher Freifunk Datenverkehr über zentrale Gateways der jeweiligen Freifunk Community ausgeleitet und ist somit nicht mehr ohne Weiteres einem bestimmten Teilnehmer zuzuordnen.

Das größte Hemmnis ist die überwiegend fehlende Bereitschaft sich ohne Aussicht auf eine Belohnung zu engagieren. Anspruchsdenken und Egoismus herrschen vor, was sich mit dem Ausspruch "und was habe ich davon?" auf den Punkt bringen lässt. Dies betrifft aber auch die Nutzer, die scheinbar nach jedem Haar in der Suppe suchen und langsame Performance ("es läuft ja nicht einmal ein Youtube Video in HD") bemängeln oder sich echauffieren wenn das Netzwerk mal technische Probleme hat und nicht verfügbar ist ("das taugt nichts").

Für die Anwender, die froh sind kostenfrei ins Internet zu kommen, war all das nie ein Problem. Hier ist es eher das Umfeld - Freifunk auf öffentlichen Plätzen ist sicher eine gute Idee, aber in Wohngebieten wird es doch seltsam wenn einzelne Häuser auf einmal von Smartphone Nutzern belagert werden. Leider führte genau diese Situation zu Spannungen, die mich letztendlich dazu veranlassten das Freifunk Experiment zu beenden.

Unterm Strich scheint es so, dass "was nichts kostet auch nichts taugt".
Es scheint als fülle Freifunk eine Nische, die zunehmend kleiner wird.

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